Handlungsempfehlungen für die Verbesserung des familienfreundlichen Vollzugs
Diese Woche war unsere Kollegin Christiane Paulus im Bayerischen Landtag zu Gast. Anlass war die offizielle Übergabe der Handlungsempfehlungen zur Verbesserung des familienfreundlichen Vollzugs durch die Kinderkommission an das Bayerische Staatsministerium der Justiz.

Kinderkommission macht Vorschlaege fuer Verbesserungen fuer Kinder von Inhaftierten
mit Doris Rauscher (SPD, v.l.), Mia Goller (Gruene), Melanie Huml (CSU), Dr. Winfried Brechmann, Ministerialdirektor im Bayerischen Staatsministerium der Justiz, Marina Jakob (FW) und Christiane Paulus, Leiterin der Landesfachstelle Netzwerk Kinder von Inhaftierten (KvI) Bayern,
aufgenommen am 10.02.2026 im Bayerischen Landtag in Muenchen.
Die Kinderkommission des Bayerischen Landtags hat einen Forderungskatalog erarbeitet, um die Situation von Kindern inhaftierter Eltern in den bayerischen Justizvollzugsanstalten nachhaltig zu verbessern. Unter der Vorsitzenden Melanie Huml übergaben die Mitglieder der Kommission ihre Empfehlungen an den Vertreter des Justizministeriums.
In enger Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten aus der Praxis, wie unserer Leiterin der Landesfachstelle Bayern vom Netzwerk KvI, wurden konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt. Ziel ist es, die Bedarfe der betroffenen Kinder stärker in den Blick zu nehmen und familienfreundliche Strukturen im Justizvollzug weiter auszubauen.
Denn auch im Justizvollzug gilt: Kinder brauchen verlässliche Beziehungen, Stabilität und Perspektiven. Familienfreundliche Rahmenbedingungen leisten einen wichtigen Beitrag zum Kinderschutz und zur sozialen Teilhabe.
Handlungsempfehlungen zur Verbesserung des familienfreundlichen Vollzugs:
- Ausbau und Verstetigung der Schulungsangebote für Bedienstete, insbesondere Integration in die Anwärterausbildung, um den Umgang mit Kindern zu professionalisieren.
- Weiterentwicklung und flächendeckende Umsetzung kinderfreundlicher Besuchsräume mit spielerischer Gestaltung, um die Besuchssituation für Kinder zu entspannen.
- Erweiterung der technischen Möglichkeiten für den Kontakt zwischen Kindern und inhaftierten Eltern, insbesondere durch Ausbau von Videotelefonie und Telefonie.
- Verbesserung der Feedbackmechanismen, etwa durch Nutzung der Postkästen, um Besuchsabläufe kontinuierlich zu evaluieren und zu verbessern.
- Berücksichtigung der unterschiedlichen baulichen Gegebenheiten der Justizvollzugsanstalten bei der Planung und Umsetzung familienfreundlicher Maßnahmen, um passgenaue Lösungen zu gewährleisten.
- Sicherstellung einer bedarfsgerechten, einzelfallbezogenen sozialdienstlichen Beratung für Inhaftierte mit familiären Anliegen.
- Langfristige Planung und Budgetierung zur nachhaltigen Weiterentwicklung familienbezogener Angebote, abhängig von der Haushaltslage.

