Wenn über Straffälligkeit, Verurteilung und Inhaftierung gesprochen wird, steht die straffällig gewordene Person im Mittelpunkt. Weniger sichtbar sind die Opfer aber auch die Menschen im Umfeld der verurteilten Person – insbesondere die Kinder. Dabei kann die Inhaftierung eines Elternteils tief in das Familienleben eingreifen – in Bindungen, Alltagsstrukturen, finanzielle Sicherheit und das emotionale Erleben der Kinder.
Allein in Deutschland sind schätzungsweise rund 100.000 Kinder von der Inhaftierung eines Elternteils betroffen. Dennoch bleiben ihre Perspektiven in Forschung, Praxis und öffentlicher Wahrnehmung häufig unterrepräsentiert.
Die Fachkonferenz für den deutschsprachigen Raum rückt diese Kinder in den Mittelpunkt. Im Fokus stehen ihre Lebenslagen, Belastungen, Bewältigungsstrategien und Unterstützungsbedarfe. Gemeinsam mit Fachkräften aus Wissenschaft und Praxis sowie Menschen mit Lebenserfahrungen werden Möglichkeiten und Notwendigkeiten aufgezeigt, wie Kinder inhaftierter Eltern besser wahrgenommen, geschützt und begleitet werden können.
Veranstaltungsinformationen:
Datum: 20.11.2026
Uhrzeit: 09:00 - 17:00 Uhr
Ort: Online
Kosten:
60,- Euro Normaltarif
30,- Euro ermäßigter Tarif. Wir bitten um Kontaktaufnahme für eine Vereinbarung unter office@ash-forum.at
Zielgruppe:
Die Fachtagung richtet sich an Fachpersonal aus dem Bereich Vollzug, Justiz, Jugendämtern, Pädagogik. Adressiert sind Menschen , die sich hauptamtlich oder ehrenamtlich in der Seelsorge oder anderen Angeboten engagieren. Relevant ist die Tagung für Vertreter:innen aus der Politik sowie für Menschen mit Lebenserfahrung und Angehörige von verurteilten Personen.
Anmeldung:
Anmeldung beginnt im September 2026.
Schreiben Sie eine E-Mail an office@ash-forum.at für eine Vorregistrierung. Sie werden nach Öffnung des Anmeldetools umgehend informiert.
Veranstalter: ASH Forum
Vor 200 Jahren gründete der Pfarrer Theodor Fliedner in Düsseldorf die erste zivilgesellschaftliche Organisation in Deutschland, die Menschen nach ihrer Haftentlassung bei der Wiedereingliederung unterstützte: die „Rheinisch-Westfälische Gefängnisgesellschaft“. Die Initiative entstand aus der Einsicht, dass es leicht ist, Menschen auszugrenzen, es jedoch wesentlich anspruchsvoller ist, ihnen den Weg zurück in die Gesellschaft zu eröffnen. Die Erkenntnis, dass straffällig gewordene Menschen beim Übergang aus der Haft Unterstützung benötigen, prägt bis heute die Arbeit der Straffälligenhilfe. Und auch wenn sich die Bedingungen im Strafvollzug als auch die Angebote der Straffälligenhilfe seither grundlegend verändert haben, gilt weiterhin: Der Übergang von der Haft in die Freiheit stellt für die Betroffenen eine erhebliche Herausforderung dar und sollte durch passende Unterstützungsangebote begleitet werden.
Die Bundestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffälligenhilfe (BAG-S), die am 23. und 24. November 2026 in Erfurt stattfindet, lädt Sie ein, aktuelle Fragen der Straffälligenhilfe zu diskutieren.
Wie kann in diesen gesellschaftlich unruhigen Zeiten weiterhin professionelle Unterstützung bei der Wiedereingliederung straffällig gewordener Menschen gewährleistet werden? Wie können sich Akteure vernetzen, um über Ländergrenzen hinweg voneinander zu lernen und zu profitieren? Welche Bedingungen sind für eine professionelle Arbeit zu gewährleisten?
Neben Vorträgen zu übergreifenden Themen bieten praxisnahe Workshops Raum für den Austausch der Teilnehmenden zu konkreten Fragen der aktuellen Straffälligenhilfe. Wir wünschen uns, dass Sie die Tagung mit spannendem fachlichen Input, neuen Kontakten und frischen Ideen verlassen und hoch motiviert in Ihren Arbeitsalltag zurückkehren – wenn auch vielleicht nicht für die nächsten 200 Jahre, so doch zumindest für die nächsten anstehenden Aufgaben.
Veranstaltungsinformationen:
Datum: 23.-24.11.2026
Anmeldeschluss ist der 01.09.2026.
Ort: Victor’s Residenz Hotel, Häßlerstraße 17, 99096 Erfurt
Kosten: 200,00 Euro
Ermäßigt: 100,00 Euro
Ermäßigung für Bürgergeld-Beziehende und Studierende (jeweils mit Nachweis).
Personen, die aktuell inhaftiert sind oder wohnungslos sind, können kostenfrei teilnehmen.Veranstalter: BAG-S
Das Thema Inhaftierung ist sicher kein leichtes, doch es mit dem eigenen Kind zu besprechen, stellt Eltern häufig vor große Herausforderungen. Und auch Fachkräfte benötigen eine Orientierung und Hintergrundinformationen für eine umfassende Beratung und Unterstützung der Familien und insbesondere der Kinder.
In diesem Workshop wollen wir uns gemeinsam diesem schwierigen Feld nähern. Wir werden Gründe für einen ehrlichen Umgang mit dem Thema Haft besprechen und mögliche Hilfen für Eltern, Bezugspersonen und Fachkräfte vorstellen, die in der Situation unterstützen können. Dazu gehören auch Tipps und Formulierungshilfen für die Gespräche mit Kindern. Im gemeinsamen Austausch besprechen wir Ihre Fragen und Erfahrungen.
Veranstaltungsinformationen:
Datum: 26.11.2026
Uhrzeit: 10:00 - 12:30 Uhr
Ort: Online mit Zoom
Kosten: kostenfrei
Zielgruppe:
Mitarbeitende in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, (Erziehungs)-Beratungsstellen und Jugendämtern sowie andere Interessierte
Veranstalter: Landesfachstelle Netzwerk Kinder von Inhaftierten Hessen
Wir kommen als Fachkräfte mit vielfältigen belasteten familiären Situationen in Kontakt. Hauptansprechpartner:innen sind für uns meistens die Erziehungspersonen, oft auch andere beteiligte Fachkräfte. Aber eigentlich geht es doch um die Kinder und Jugendlichen, die von diesen Belastungen betroffen sind. Ihre Situation gilt es zu verbessern. Wie können wir sie angemessen beteiligen, beraten, einbinden?
Welche Settings, Methoden und Materialien haben sich bewährt, um mit Kindern und Jugendlichen über schwierige Themen zu kommunizieren? Wie gehe ich in meiner Rolle und persönlich mit den jungen Betroffenen um? Was kann ich gut, was berührt mich, wo sind meine Grenzen?
Nutzen
Sie lernen die für die Praxis relevanten Methoden und Anregungen kennen und probieren sie aus und diskutieren diese. Über Erfahrungen aus der Gruppenarbeit mit Kindern aus Trennungs- und Scheidungsfamilien sowie aus Familien mit psychisch erkrankten Eltern wird ausführlicher berichtet.
Veranstaltungsinformationen:
Datum: 24.02.2027 - 25.02.2027
Ort: Johanniter Akademie - Gästehaus
Weissenburgstraße 60-64
48151 MünsterKosten:
219,00 € Teilnahmeentgelt
84,00 € Verpflegung
213,19 € Übernachtung EZ mit Vollverpflegung
inkl. gesetzl. UmsatzsteuerMethoden:
Vortrag, Rollenspiele, Klein- und Großgruppenübungen, kreative Methoden, Austausch, Diskurs im Plenum
Zielgruppe:
Fachkräfte aus allgemeinen sozialen Diensten, Jugendämtern, Beratungsstellen und von freien Trägern der Jugendhilfe
Anmeldeschluss: 10.12.2026
Veranstalter: LWL-Landesjugendamt Westfalen
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