In Deutschland sind schätzungsweise 100.000 Kinder von der Inhaftierung eines Elternteils betroffen. Für viele bedeutet das einen tiefen Einschnitt in ihr Leben: Sie erleben Unsicherheit, Scham, Trennung und häufig den Verlust wichtiger Bezugspersonen. Trotzdem bleiben ihre Bedürfnisse oft unsichtbar.
Das Netzwerk Kinder von Inhaftierten (KvI) arbeitet gemeinsam mit ihren Landesfachstellen und Landeskoordinierungsstellen daran, diese Situation nachhaltig zu verbessern. Das Ziel ist klar: Kinder von Inhaftierten sollen die Unterstützung erhalten, die sie brauchen – unabhängig davon, in welchem Bundesland sie leben.
Mit unserer Monitoringbroschüre „Kinder von Inhaftierten – Wir zeigen Wirkung“ machen wir erstmals sichtbar, welche Veränderungen das Strukturentwicklungsprojekt bereits angestoßen hat, welche Erfolge erreicht wurden und welche politischen und strukturellen Schritte nun notwendig sind.
Was wir erreicht haben
Die Ergebnisse der ersten beiden Projektjahre zeigen: Dort, wo spezialisierte Strukturen aufgebaut werden, verbessert sich die Unterstützung für betroffene Kinder und ihre Familien spürbar.
2023/2024 konnten unter anderem folgende Ergebnisse erzielt werden:
- 2.902 Beratungen für betroffene Familien
- Fast 30 neue Unterstützungsangebote innerhalb und außerhalb der Justizvollzugsanstalten
- 10.710 erreichte Fachkräfte durch Fortbildungen, Workshops und Fachveranstaltungen
- Über 1.400 Fachberatungen für Fachkräfte
- 710 Vernetzungsveranstaltungen zwischen Justiz, Kinder- und Jugendhilfe sowie weiteren Partnern
„Diese Zahlen stehen für weit mehr als Statistik. Hinter jeder Beratung, jeder Fortbildung und jedem neuen Angebot stehen Kinder, Eltern und Fachkräfte, deren Alltag konkret verbessert werden konnte.“ (Hilde Kugler, Projektleitung Netzwerk KvI)
Wirkung entsteht durch Zusammenarbeit
Kinder von Inhaftierten benötigen Unterstützung an vielen Stellen gleichzeitig. Deshalb verbindet das Netzwerk Kinder von Inhaftierten Akteur*innen aus Justiz, Kinder- und Jugendhilfe, Politik sowie freien Trägern.
Landesfach- und Landeskoordinierungsstellen beraten Familien, begleiten Fachkräfte, entwickeln neue Angebote, bauen regionale Netzwerke auf und tragen dazu bei, dass Kinder im Strafvollzug stärker mitgedacht werden. Die Bundesinitiative vernetzt diese Erfahrungen bundesweit, entwickelt Materialien, fördert den Wissenstransfer und setzt Impulse für Politik und Praxis.
So entstehen Strukturen, die weit über einzelne Projekte hinaus wirken.
Warum das Monitoring wichtig ist
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Gute Unterstützung darf nicht vom Engagement einzelner Personen oder zeitlich befristeten Projekten abhängen.
Es braucht:
- dauerhaft finanzierte Landesfachstellen,
- flächendeckende Unterstützungsangebote,
- qualifizierte Fachkräfte,
- eine starke bundesweite Koordinierung,
- eine koordinierte Öffentlichkeitsarbeit,
- und eine verlässliche Datengrundlage, damit betroffene Kinder künftig nicht mehr unsichtbar bleiben.
Nur so können die Rechte von Kindern inhaftierter Eltern langfristig gestärkt werden.
Jetzt handeln
Kinder von Inhaftierten sind keine Randgruppe. Sie sind Teil unserer Gesellschaft.
Die Erfahrungen aus den ersten Projektjahren zeigen: Veränderungen sind möglich. Jetzt gilt es, erfolgreiche Ansätze dauerhaft zu sichern, bundesweit auszubauen und politisch zu verankern.
Denn jedes Kind verdient die Chance auf eine gute Entwicklung – unabhängig davon, ob ein Elternteil inhaftiert ist.
Monitoringbroschüre herunterladen
Die Broschüre „Kinder von Inhaftierten – Wir zeigen Wirkung“ fasst die wichtigsten Erkenntnisse, Praxisbeispiele und Handlungsempfehlungen des Strukturentwicklungsprojekts zusammen.
Sie haben Interesse an der gedruckten Broschüre? Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an: kvi-bund@treffpunkt-nbg.de
Kontakt
Bundesinitiative Netzwerk Kinder von Inhaftierten
E-Mail: kvi-bund@treffpunkt-nbg.de
Telefon: 0911 274769-614

