Dr. Florian Janik verstärkt Bundesinitiative Netzwerk KvI: Früherer Erlanger Oberbürgermeister engagiert sich für Kinder von Inhaftierten
Zwölf Jahre lang stand Dr. Florian Janik an der Spitze der Stadt Erlangen. Seit dem 1. Oktober 2026 bringt der ehemalige Oberbürgermeister seine Expertise in die bundesweite Arbeit des Netzwerks Kinder von Inhaftierten (KvI) ein.
„Ich will meine Erfahrung für ein Thema einsetzen, das gesellschaftlich etwas bewegt. Kinder von Inhaftierten sind von den Folgen einer Inhaftierung unmittelbar betroffen, obwohl sie selbst nichts dafür können. Gemeinsam mit den vielen Engagierten im Netzwerk möchte ich daran arbeiten, dass die Perspektive dieser Kinder stärker gehört wird – in der Politik, in der Fachpraxis und in der Öffentlichkeit“, sagt Janik.
In seiner neuen Funktion als Referent Vernetzung und Dialog unterstützt Janik die Landesfach- und Koordinierungsstellen in neun Bundesländern und begleitet den Aufbau entsprechender Strukturen in weiteren Bundesländern. Zu seinen Aufgaben gehören außerdem der Austausch mit Ministerien, politischen Gremien und Fachakteur*innen sowie die Begleitung von Vernetzungsformaten. Auch an Stellungnahmen und fachpolitischen Hintergrundpapieren der Bundesinitiative wirkt er künftig mit.
Janik war bis zum 30. April 2026 Oberbürgermeister der Stadt Erlangen. Zuvor arbeitete der promovierte Sozialwissenschaftler als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und war unter anderem am Aufbau des Nationalen Bildungspanels beteiligt.
„Wir freuen uns sehr, mit Dr. Florian Janik einen erfahrenen Brückenbauer zwischen Politik, Verwaltung und Fachpraxis für unsere Arbeit gewonnen zu haben. Seine kommunalpolitischen Kenntnisse und sein Blick auf gesellschaftliche Zusammenhänge sind eine wertvolle Ergänzung für die Bundesinitiative“, sagt Hilde Kugler, Leitung Netzwerk KvI.
Kinder von Inhaftierten stärker in den Blick nehmen
In Deutschland sind schätzungsweise 100.000 Kinder von der Inhaftierung eines Elternteils betroffen. Wenn ein Elternteil ins Gefängnis kommt, verändert sich auch das Leben der Kinder – etwa durch den Verlust des familiären Alltags, finanzielle Belastungen oder die Sorge um den inhaftierten Elternteil. Gleichzeitig bleibt ihre Perspektive in politischen und fachlichen Debatten häufig wenig sichtbar.
Hier setzt die Arbeit des Netzwerks KvI an. Die Bundesinitiative vernetzt Fachpraxis, Politik und weitere Akteur*innen und setzt sich dafür ein, dass die Bedürfnisse betroffener Kinder stärker berücksichtigt werden. Seit 2022 unterstützt die Auridis Stiftung ein Strukturentwicklungsprojekt der Bundesinitiative, das darauf abzielt, die Situation von Kindern von Inhaftierten sowohl im Justizvollzug als auch im Sozialraum nachhaltig zu verbessern.
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